Sunday, November 23, 2008

John Mayall and The Bluesbreakers

All Your Love

She's Out There Somewhere


Room To Move


Tolle Musik. Oder nicht?

Das erste Mal geriet John Mayall durch nicht musikbezogene Aktivitaeten in die Schlagzeilen. Als Teenager bezog er naemlich sein eigenes Haus -- sprich Baumhaus -- im Garten seines Elternhaus. Ein Unterfangen, das fuer Schlagzeilen sorgte. 
Ueber das Unternehmen "Mayall's Baumhaus" wurde erneut berichtet, als er nach der Rueckkehr aus dem Koreakrieg sogar mit seiner ersten Frau, Pamela, dort einzog.
Exzentrisch blieb John Mayall sein Leben lang, auch als die Baumhauszeiten vorueber waren.
Den Blues bekam John Mayall wohl schon in die Wiege gelegt, obwohl er nicht wie die amerikanischen Bluesmusiker ins typische schwarze Bluesmilieu hineingeboren wurde. Als Kind einer fuenfkoepfigen englischen Arbeiterfamilie, die in den Wirren des zweiten Weltkrieges zu ueberleben versuchte, war sein Leben nicht weniger von der Ungewissheit und Existenzangst gepraegt, die das Leben von Generationen Farbiger in Amerika plagten. 
John's Vater war nicht nur Jazzfan sondern fuehlte sich auch zum Blues hingezogen und spielte  Gitarre. Klein John wuchs auf mit der Musik von Leadbelly, Albert Ammons, Eddie Lang and Pinetop Smith, die sein Vater hoerte. 
Mit 13 schliesslich begann er sich -- auf Nachbars Piano -- das Kalvierspielen beizubringen. Gebrauchte Mundharmonikas und geliehene Gitarren vervollstaendigten das Instrumenten-Arsenal des geborenen Bluesmusikers.
Aber erst einmal kamen der Musik der Koreakrieg, eine grundsolide Gollegeausbildung und eine erfolgreiche Designerkarriere in die Quere. Mit 30 aber hielt John nichts mehr vom Sprung in die Musikerkarriere ab. 
Sechs Jahre lang spielte er (nebenberuflich) bei The Powerhouse Four und The Blues Syndicate. Das war zu der gleichen Zeit als Alexis Korner den 60er Blues Boom in England startete.
Alexis Korner erkannte John's Talent und foerderte ihn. Korner's Einfluss sicherte John und seiner Band, den Bluesbreakers, den Einstieg in die professionelle Musik.  
Ein weiterer Meilenstein in John's Karriere bildete seine Zusammenarbeit mit Eric Clapton, die zum ersten Hit-Album von John Mayall's Bluesbreakers fuehrte. 
Mit der Zeit entwickelte sich John Mayall auch selbst zum Entdecker und Foerderer von Nachwuchstalenten.
1969 hatte er es mit seiner kantigen Version des Chicago Blues auch in den Staaten zu betraeachtlichem Ansehen gebracht und er veroeffentlichte das mittlererweile legendaere Album "The Turning Point". Der Titel Room To Move aus diesem Album gilt als Klassiker der Rockgeschichte.
In England trat er mit den groessten der Grossen des Blues auf; er  begleitete z. B. John Lee Hooker, T-Bone Walker und Sonny Boy Williamson auf ihren Tourneen. Spaetestens zu diesem Zeitpunkt war John Mayall wer im Blues ...
Wie so oft im Leben aber, sollte auch John's Glueck nicht ungetruebt bleiben. 1979 flaute das Interesses am Blues merklich ab, und sein Stern begann zu sinken. Zu dieser professionellen Durststrecke gesellte sich dann auch noch privates Pech: bei einem Hausbrand verlor John nicht nur sein beruehmtes "handgemachtes" Haus, sondern neben denen seines Vaters auch seine eigenen, aeusserst ausfuehrlich gefuehrten Tagebuecher. 
Auch seine Kunst- und Buechersammlung und wertvolle Originalaufnahmen des Musikers gingen dabei verloren.
Doch schon 1982 stand er wieder auf der Buehne. Zusammen mit Mick Taylor und John McVie liess er seine Bluesbreakers wiederauferstehn. In diesem Zeitraum entstand das Musikvideo "Blues Alive", in dem u. a. Albert King, Etta James und Buddy Guy mitwirkten. Taylor und McVie gingen danach ihre eigenen Wege, und 1984 gruendete John eine neue Formation seiner Bluesbreakers mit Coco Montoya, Walter Trout und Joe Yuele. 
Die 90er sahen John Mayall and The Bluesbreakers erneut auf Erfolgskurs. Die Gruppe veroeffentlichte mehrere erfolgreiche Alben, von denen "Wake Up Call" eine Grammy Nomination erhielt.
Auch im neuen Jahrhundert ist John Mayall mit seiner Musik dabei; 2005 veroeffentlichte er "Road Dogs", sein 55stes Album. Sein 2007 erschienenes Album "In The Palace Of The King" ist ein Tribut an die Bluesbreakers und Freddie King.
Und auch heute noch, mit 75, spielt John Mayal den Blues, wie ihn kein anderer je spielen wird. 


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