When ich Mitty hoere, dann wird mir immer wieder klar, wie duenn und unterentwickelt die Stimmen der meisten zeitgenoessischen Saengerinnen sind. Mittys volle, warme, feminine Stimme ist unter den ersten 1o auf meiner Lieblingsliste.
Bevor ich Luther Ingrams Version von If Loving You is Wrong hoerte, kannte ich nur das Cover von "bad Girl" Millie Jackson. Und wenn Millie es mir mit ihrer leidenschaftlichen Interpretation angetan hatte, so sollte Luthers bittersuesse Version mich noch mehr begeistern.
Dieser Song ist von vielen, vielen Interpreten aufgenommen worden, doch diese beiden sind wohl kaum zu uebertreffen.
Luther Ingram If Loving You Is Wrong (live)
Millie Jackson (live) Ich liebe Millie! Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, und sprach/spricht vielen Frauen aus dem Herzen ...
Millie Jackson If Loving You Is Wrong
Eine recht gute Sammlung von Millies z. T. recht provokativem Material ist m. E. auf dieser CD zu finden.
Luther Ingram If Loving You Is Wrong
Luthers beste Stuecke sind auf dieser Greatest Hits CD vetreten.
Albert Luandrew wurde 1907, wie koennte es auch anders sein, in Mississppi geboren. Noch in den Kinderschuhen arbeitete er tagsueber auf der Farm und brachte sich abends das Orgel- und Klavierspielen bei.
Als Predigersohn war es eigentlich nicht angebracht "weltliche" Musik zu hoeren, aber Albert kuemmerte das wenig. Er hoerte Blues wo und wann immer er konnte. Zu der Zeit war der Blues noch im Enstehen, und die Musiker, die Albert faszinierten -- und seinen Stil praegten -- waren die Pioniere des Genre. Mit 11 Jahren spielte Albert schon auf Parties und in Clubs; mit 15 bekam er seine erste feste Anstellung im Hot Shot's Club in Vance, Miss. Fuer die naechsten drei Jahre durchstreifte er Bars und spielte auf Hausparties. Weil er den Song Sunnyland Train sehr oft spielte, taufte man ihn bald in Sunnyland Slim um. 1925 liess er sich in Memphis, Tennessee nieder. Von da tourte er die Suedstaaten und spielte mit Bluesgroessen wie Sonny Boy Williamson, Memphis Slim oder Blind Boy Fuller. 1942 schliesslich wurden viele der Bluesclubs in Memphis geschlossen, und Sunnyland zog nach Chicago, wo er sich recht bald als Musiker fuer Little Walter und Muddy Waters etablieren konnte.
Von 1947 bis 1954, so heisst es, war der Keller seines Hauses zugleich Schlafstaette und Vergnuegungsort fuer viele junge Bluesmusiker, die nach Chicago gezogen waren, um ihr Glueck zu suchen. Bis sie es gefunden hatten, fanden sie Unterschlupf bei Sunnyland Slim. Waehrend seiner langen Karriere, trat er mit der Creme des Genres auf: Howlin' Wolf und Otis Rush z. B.
Sunnyland gruendete ausserdem sein eigenes label, schrieb ueber 60 Lieder und erschien auf mehr als 40 Plattenaufnahmen. Sein "roots" Stil als Pianospieler beinflusste die Musik von Muddy Waters, B. B. King und Walter Horton, um nur einige Kuenstler zu nennen. Sunnyland Slim trat, wenn auch nur sporadisch, bis kurz vor seinem Tode 1995 auf.
Hubert Sumlin at the guitar (Howlin' Wolf's guitarist) and Willie Dixon at the bass! Intro: Sonny Boy Williamson
Bei meinem Streifzug durch die Blues Blogosphaere habe ich gerade eben herausgefunden , dass am 11. November d. J. eine CD von Howlin' Wolf auf den Markt kommt. Die CD heisst: Howlin' Wolf's Rockin' the Blues: Live in Germany 1964. Na wer sagt's denn! Germany ... Die Aufnahmen dokumentieren einen bisher unveroeffentlichten Auftritt heisst es in dem Blog Artikel von Reverend Keith A. Gordon. Das hoert sich ja wirklich nach einem grossartigen Fund an -- zumal Hubert Sumlin und Willie Dixon mit von der Partie sind. Leider weiss ich ueber die andern Musiker, den Pianisten Sunnyland Slim und den Drummer Clifton James, nichts genaueres. Ich bin aber schon dabei die noetigen Nachforschungen zu betreiben ...
P. P. Arnold ist in England wohl beser bekannt als in den U.S.A. Sie startete ihre musikalische Karriere als ein "Ikettes" girl. Die Ikettes waren die sexy background singers fuer Ike und Tina Turner.
P. P. wurde 1946 in Los Angeles geboren und heiratete mit 15 Jahren. Aus dieser unglucklichen Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Zu einer Zeit, als es der jungen P. P. nicht gut ging, kam ihr der Zufall zur Hilfe. Ike und Tina Turner suchten fuer ihre Show drei Back-up-singers und dancers. Die ehemalige Freunding von P. P.'s Bruder, Maxine Smith, hatte zusammen mit zwei anderen Maedchen einen Vorstellungstermin bei den Turners, der aber zu platzen drohte, weil eins der Girls ploetzlich absprang. Maxine erinnerte sich an P. P. und -- voila!
Hier ist P. P. mit I Go To Pieces (ein neuerer Titel)
Bisher war ich ein bisschen nachlaessig mit dem Sperren der Musik downloads. Eigentlich sollten diese Links nicht laenger als 7 bis 10 Tage aktiv bleiben. Da einige meiner Bloggerfreunde neuerdings Scherereien mit Eigentuemerrechten haben, werde ich ab sofort alle Musiklinks innerhalb der angegebenen Zeitspanne loeschen.
Willie Hightower ist ein relativ unbekannter Soulmann der 60er. Wie viele andere Kuenstler hat er diese Nichtbeachtung aber nicht verdient. Seine Stimme aehnelt sehr der von Sam Cooke. Waehrend Sam aber Samt in der Kehle zu haben schien, scheint es bei Willie eher Sand zu sein.
Auf alle Faelle ist Willie Hightower ein hervorragender Saenger mit tiefen Wurzeln in der Gospelmusik der Suedstaaten.
Nobody But You (mp3)
Walk A Mile in My Shoes
Seine CD's sind genau das Richtige fuer die Raritaetenecke eines Plattensammlers.
Ich sage ja auch, dass es niemanden was angeht, was ich tue (oder nicht). Aber -- wenn Otis Spann singt: "one of these days, I'm goin' crazy, buy me a shot gun and kill my baby", dann ist er aber mit dieser Einstellung ganz gewaltig auf dem Holzweg. Na ja! Anscheinend bringt ihn sein "baby" aber manchmal ganz schoen auf die Palme ... .
Heute gibt's zwei Piano Blues Stuecke mit Otis Spann.
Otis Spann: Ain't Nobody's Business If I Do
Otis Spann wurde am 21. Maerz 1930 in Jackson, Mississippi geboren. Mit 14 spielte er bereits in Clubs und Juke Joints. Nach dem Tod seiner Mutter zog er nach Chicago zu Verwandten. Dort lernte er Big Maceo Merriweather, den Pianisten von Muddy Waters, kennen. Maceo nahm das Nachwuchstalent unter seine Fittiche und 1952 uebernahm Otis Maceos Posten in Muddy Waters Band. Sein Pianostil sollte fortan Muddy Waters Blues kennzeichnen. Und als "Muddy Waters Pianist" sollte er auch in die Musikgeschichte eingehen, denn bevor er seine Solokarriere so richtig in Schwung bringen konnte, wurde er krank. Er starb 1970 an Leberkrebs inChicago.
Ich weiss nicht warum, aber zur Zeit fuehle ich mich etwas mehr zu den Slow Jams hingezogen. Vielleicht haengt das mit dem allmaehlich eintreffenden Herbst zusammen ... Die Temperaturen sind etwas angenehmer, und die Tage schon kuerzer. Die Herbstfarben, die hier in Texas zwar eher spaerlich ausfallen, sind auch schon bei genauerem Hinschauen zu erkennen.
Jedenfalls gibt's heute Bloodstone Musik: Outside Woman (1973)
Natural High
Outside Woman (mp3)
Natural High (mp3)
Diese Titel sind auf den Best of CD's der Gruppe erhaeltlich. Bloodstone sind ein Muss in jeder ordentlichen Soulsammlung.
Am Freitag, den 17. Oktober 2008 verstarb Levi Stubbs 72-jaehring in Detroit. Seine Stimme praegte die Motownaera wie wohl kaum eine andere das je tat. Die Four Tops wurden 1954 in Detroit gegruendet, und Levi Stubbs war von Anfang an dabei. In 2000 zwang ihn ein Gehirnschlag sich zur Ruhe zu setzen. Danach verschlechterte sich sein Zustand unaufhaltsam.
Mit Levi hat uns ein grossartiger Saenger verlassen.
Neben Soul und Blues ist Reggae fast jeden Tag auf meiner Playliste, und ich hatte eigentlich auch einen Reggae Blog geplant. Das war aber dann doch ein bisschen viel des Guten. Also dachte ich, ich koennte hie und da mal einen "reggaefizierten" Soulsong hier posten.
Der erste Titel, der mir dazu einfiel, ist der Temptationsklassiker: Papa Was A Rolling Stone. Und obwohl ich finde dass die Pioneers gute Arbeit geleistet haben, ist das Original einfach nicht zu schlagen.
Hier das Original mit den Temptations. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen ... Einfach faszinierend. Die Choreographie, die Norm Whitfield Produktion, die Harmonien ... Da geht mir einfach das Herz auf. Der Titel stammt aus dem Jahre 1972. Von den original fuenf Tempts sind zu der Zeit nur noch Otis Williams und Melvin Franklin bei der Gruppe. Der Leadsinger ist Dennis Edwards. Damon Harris singt Falsetto und Richard Street Tenor.
Papa Was A Rolling Stone, The Pioneers (mp3)
Dieser Titel ist auf The Best Of The Pioneers CD erhaeltlich. Was den Riesenpreisunterschied zu der (CA-Import) CD ausmacht, kann ich mir nicht erklaeren.
Ein anderer meiner Lieblingstitel von den Pioneers ist Long Shot Kick De Bucket, Der Titel ist ebenfalls auf der CD.
Da ich bekanntermassen einen Hang zur Gitarre habe, bin ich bei meinen Recherchen fuer diesen Blog (nicht ganz zufaellig) auf einen fantastischen Gitarristen gestossen: Hubert Sumlin -- der Gitarrist von Howlin' Wolf!
Monumental, grossartig, brilliant. So wird seine Musik beschrieben. Nachdem ich nun auch ein paar Stuecke von Hubert gehoert habe, hat sich mein Verdacht, diese Superlativen seien nur rhetorisch zu sehen, nicht bestaetigt. Ich kann diesen Beschreibungen voll beipflichten.
Seine "einzigartige instrumentale Stimme bildete nicht nur eine natuerliche Unterstuetzung von Howlin' Wolfs weltbewegendem Aechzen, sondern fuegte dem noch zusaetzliche brilliante Schichten hinzu ..." sagt man auf der Livin Blues Website. Und tatsaechlich nehme ich diese zusaetzliche Ebene auch wahr, wenn ich Hubert mit Howlin' Wolf zusammen hoere. Allerdings mag das auch daran liegen, dass ich mich mehr als zuvor auf den Gitarrepart konzentriere.
Nichtsdestoweniger ist es nicht zu uebersehen, dass mit Howlin' Wolf und Hubert Sumlin zwei Virtuosen nebeneinander glaenzen. Der eine durch seine gewaltige Stimme, der Andre durch sein einzigartiges Gitarrespiel.
Ueberdies spielte Howlin' Wolf eine wichtige Rolle in Sumlins Leben. Jung Hubert fasste naemlich 1945, gerade mal 14-jaehrig, den Entschluss Bluesmusiker zu werden, nachdem er eine Vorstellung Howlin Wolfs mitverfolgt hatte. Spaeter, als Sumlin in Wolfs Band spielte entwickelte sich aus der anfaenglichen Vater-Sohn Beziehung ein lebenslange Freundschaft zwischen den beiden Maennern.
Bis Sumlin jedoch Wolfs Gitarrist wurde, sollte es eine Weile dauern. Genauer gesagt bis 1953. Das war zu einer Zeit wo Hubert noch an seiner Technik feilte und noch nicht zu seinem eigenen Stil gefunden hatte. Wolf war es dann auch, der Sumlin riet, den Pic einzumotten und mit den Fingern zu spielen, weil seine Gitarre zu laut war. Diese Aenderung der Spieltechnik bildete den Ausgangspunkt fuer die Weiterentwicklung von Sumlins Technik, die ihm letztendlich zu einem eigenen, unverkennbaren Stil verhalf.
Hubert Sumlin, Robert Cray und Jimmy Vaughn: Killing Floor Blues (2007)
Sumlin spielt Teile einiger bekannter Howlin' Wolf Stuecke.
Hubert und der Meister: Shake For Me. Yay!!!
Killing Floor Blues, Howlin' Wolf und Hubert Sumlin (mp3)
Also ... als ich Bobby Womack zum ersten Mal hoerte -- Mitte der 70er -- da dachte ich, dass alles was ich zuvor gehoert hatte, eigentlich armseliges Zeug gewesen ist. Vielleicht hing das schon ein bisschen damit zusammen, dass Bobby der Lieblingssaenger meines damaligen Freundes (jetzigen Ehemannes) war. Aber diese Musik und diese Stimme sind wirklich nur schwer zu ueberbieten.
Mir gefielen auch die Texte gut, die zwar das uebliche Liebes- und Lebenselend schilderten, doch wesentlich poetischer und authentischer anmuteten als die meisten andern Songtexte.
Ich freue mich immer, wenn ich einen dieser Schwarz-Weiss-Clips sehe. Dieser Titel erinnert mich an meine Kindheit, die Drifters haben ihn 1964 aufgenommen.
Under The Boardwalk (1964)
This Magic Moment (1960)
Save The Last Dance (1960). Es gibt viele Aufnahmen dieses Songs, aber diese hier gefaellt mir am besten.
Curtis Mayfields Musik ist heute genauso aktuell wie vor 38 Jahren. Jedesmal wenn ich Move On Up von ihm hoere, wird mir erneut bewusst, wie zeitlos dieses Stueck ist.
Move On Up erschien erstmals 1970 auf der LP Curtis
Keep On Keeping On ist mein Lieblingssong von Curtis Mayfield. Der Ratschlag weiterzumachen mit dem Weitermachen war der beste, den ich je befolgt habe ...
Misty Blue! Ich glaube, jeder kennt das Gefuehl, wenn die ganze Welt auf einen Schlag "neblig traurig" wird. Man wird durch die Erwaehnung eines Namens z. B. an eine traurige Begebeheit erinnert -- und schon fuehlt man den ganzen Kummer auf's Neue.
Welche Aufnahme gefaellt Euch besser?
Misty Blue in der bekannterenVersion mit Dorothy Moore
oder Misty Blue mit Joe Simon
Joe's Schokostimme hat es mir zwar angetan -- aber niemand singt dieses Lied besser als Dorothy.